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Andreas Riedler DI (FH)
Gruppenleiter Entwicklungsprüfstände
bei KTM-Sportmotorcycle AG in
Mattighofen, Österreich

Interview Andreas Riedler DI (FH)

1. Warum eignet sich insbesondere das AVL-Indimodul für die Indizieraufgaben am Rennsportprüfstand?
Das AVL Indimodul 621 stellt durch den modularen Systemaufbau ein flexibles und leistungsstarkes Tool zur Abdeckung der anfallenden Aufgaben dar.

Hauptaufgaben sind die Themenbereiche Verbrennungsentwicklung und Reduktion von Zyklenschwankungen sowie die Optimierung des Kraftstoffverbrauchs.

Es können sowohl die „klassischen“ Anforderungen an ein Indiziersystem abgedeckt werden, als auch spezielle, eventuell vom Hersteller des Systems gar nicht in Betracht gezogene Aufgaben. Durch die Möglichkeit, mit CalcGraf die Messwerte sehr flexibel bearbeiten zu können, wird das Indimodul neben der Anwendung als Indiziersystem auch als schnelles Datenaufzeichnungssystem auf Zeit- oder Kurbelwinkelbasis verwendet. Beispielhaft kann hier die Rotationsanalyse oder die Analyse der Ventildynamik genannt werden.

Die Bedienung des Messsystems ist relativ einfach gehalten und durch die enge Verwandtschaft mit CONCERTO dem Anwender sehr schnell vertraut.

Durch die direkte Ankopplung an das PUMA Prüfstandsystem wird eine einheitlich bedienbare Umgebung geschaffen, die von vielen Anwendern effizient benutzt werden kann. Die Kombination PUMA – IndiCom – CONCERTO stellt eine in sich konsistente Umgebung dar in der ein sehr großer Teil der am Prüfstand anfallenden Aufgaben bearbeitet wird. Dies verringert einerseits die Anzahl der benötigten unterschiedlichen Messsysteme andererseits wird auch der Schulungsaufwand erheblich minimiert, da nur wenige unterschiedliche Werkzeuge im Einsatz sind. Diese Integration der verschiedenen Systeme bringt auch eine verbesserte Datenhaltung mit sich, da, wenn auch nicht alle Systeme das gleiche Datenformat verwenden, doch eine eineindeutige Zuordnung der vernetzten Daten vorhanden ist und nur ein einziges Auswertetool benötigt wird.

In diesem Zusammenhang ist auch die Entscheidung ein AVL Rampenkalibriersystem anzuschaffen ein weiterer Schritt in die Richtung einer möglichst homogenen und konsistenten Anwendungsstruktur.

2. Welches Ziel verfolgen Sie, wenn Sie mit dem AVL-VisioScope die Geschehnisse im Saugrohr beobachten?
Das VisioScope liefert uns ein besseres Verständnis der Gemischaufbereitung und der Auswirkungen verschiedener Parameteränderungen der Einspritzung selbst. Messungen mit dem VisioScope spielen bei der Entwicklung der Einspritzhardware ebenso eine wichtige Rolle wie bei der Applikation selbst.

In der Hardwareentwicklungsphase stehen vor allem das Targeting und die Überprüfung der Anordnung von Drosselklappe und Einspritzventil im Vordergrund.

Der Einsatz in der Applikationsphase zielt auf die Visualisierung von Timing und Wandfilmanlagerung. Hier ist die gute Koppelung von IndiModul mit dem VisioScope von großem Vorteil, welche die Auswertung und Arbeit mit den Systemen erleichtert. So kann während der Arbeit am Prüfstand die Wirkung von Veränderungen unmittelbar mit beiden Systemen überprüft werden. Wechselwirkungen sind sofort erkennbar.

3. Welchen Winkelaufnehmer verwenden Sie für Ihre schnelle Datenerfassung, welche Vorzüge hat dieser Winkelaufnehmer?
Wir verwenden neben dem offenen Winkelaufnehmer AVL 365X seit kurzem auch die geschlossene Variante AVL 365C, die sich im Vergleich zur letzten Version als sehr haltbar und auch bei Hochdrehzahlanwendungen als zuverlässig erwiesen hat.

Durch die hohen Drehzahlen und die geringen Schwungmassen unserer Motoren stellt der Winkelaufnehmer einen sehr kritischen Bestandteil der Messkette dar, der uns immer wieder Probleme bereitet hat.

So war in der Vergangenheit fast nur der offene 364X Winkelaufnehmer (Reflexionsprinzip) verwendbar, der jedoch nicht ganz einfach in der Handhabung war und erheblichen Aufwand bei der Applikation verursachte. Zudem erwies sich der Aufbau als sehr empfindlich gegen Verschmutzung oder Fremdlicht besonders bei hoher Auflösung (Vervielfachung).

Die neue Generation AVL 365X, die nach dem Durchlichtprinzip arbeitet, brachte hier deutliche Verbesserungen und somit weniger Wartungsaufwand und längere Messzeiten mit hoher Auflösung. Auch stellte sich die neue Generation als wesentlich toleranter in der Montage und unempfindlicher im Betrieb gegenüber dem Vorgänger heraus.

Mit der jüngsten Generation – die geschlossene Variante AVL 365C - ist es nun auch möglich, diesen Winkelaufnehmer, der sehr einfach zu applizieren ist, bei unseren Motoren mit größerem Hubraum und vergleichsweise niedrigen Drehzahlen n < 11000 min-1 zu verwenden.

Die durch den geschlossenen Aufbau geschützte Optik ermöglicht nun neben der verbesserten Zuverlässigkeit auch den Einsatz am Fahrzeug sowohl auf dem Rollenprüfstand als auch auf der Straße.

Ihre Fragen, Bemerkungen, Wünsche?




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